Fachtag #DasMachtSchule am 05.09.2026

Multiprofessionelle Teams für die Schule der Zukunft

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Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Schule ist ein Ort, an dem unterschiedliche Professionen zusammenkommen, um gemeinsam den Aufgaben unserer komplexen Gegenwart, denen wir und auch unsere Schüler:innen täglich ausgesetzt sind, gerecht zu werden. Lehrkräfte, Erzieher:innen, Schulsozialpädagog:innen, Schulseelsorger:innen – sie alle bringen ihre eigenen Perspektiven, Kompetenzen und ihre Expertise ein: Gemeinsam macht das multiprofessionelle Team Schule!
Unser Fachtag soll Räume eröffnen, in denen Sie einander begegnen, Ihr gegenseitiges Verständnis vertiefen, einander durch unterschiedliche Blickwinkel und Zugänge bereichern.
Wie können wir gemeinsam Schule entwickeln und uns weiter professionalisieren? Wie können wir Lernen unterstützen und Schüler:innen stärken? Und wie können wir Synergien und Entlastung schaffen und soziale Energie in kreative Lösungen überführen?
Wir freuen uns auf unseren Keynote Speaker Micha Pallesche, auf unsere Expertinnen und Experten, die uns in ihren Workshops Anregungen und Ideen geben, auf die Kiezpoeten, die mit ihrem hintersinnigen Sprachwitz aus unserem Fachtag ein Kunstereignis machen werden – und vor allem freuen wir uns auf Sie!

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Karoline Borg


Es erwarten Sie...

  • interessante Begegnungen und Workshops für alle pädagogischen Fachkräfte unserer Schulen,
  • unser Keynote Speaker Micha Pallesche,
  • unsere Referent:innen aus Schule und Universität, aus Stiftungen und aus den Bereichen Coaching und Gesundheit,
  • die Berliner Kiezpoeten
  • Verpflegung mit Speis‘ und Trank.

Ablauf des Fachtages

ab 8 UhrAnkommen, Einchecken und erste Gespräche bei Kaffee und Gebäck
9 UhrBegrüßung
Keynote mit Micha Pallesche zum Thema "Schule in einer zunehmend komplexeren Welt - wie Veränderungsprozesse gelingen können."
10:45 bis 12:15 UhrVormittagsband: Workshops I
12:15 Uhr bis 13:30 UhrMittagspause
Mittagsimbiss
13:30 Uhr bis 15 UhrNachmittagsband: Workshops II
15:15 UhrDanksagung
Poetic Recording mit den Kiezpoeten

Programmheft & Plakat

Anmeldungen unter:

Workshops des Fachtags:

Dr. Sven Pauling: Multiprofessionelle Kooperation. Unterschiedliche Rollen, berufliche Sozialisation und Schulentwicklung

Die Verbreitung von Inklusion und Ganztag erweitert vielfach die pädagogischen Handlungsmöglichkeiten an Schulen. Zugleich bergen sie professionelle Entwicklungsaufgaben: Wo Pädagog:innen unterschiedlicher Professionen zusammenkommen, bedarf es der Aushandlung über organisationale Verantwortlichkeiten,
fachliche Kompetenzen und professionelle Sinngebungen. Den Teilnehmenden wird der Raum für die Reflexion der eigenen professionellen Positioniertheit geöffnet. Anschließend identifizieren sie in professionsgemischten Gruppen Ergänzungs- und Konflikträume. Während die Ergänzungsräume als Ressource gewürdigt werden, soll die Identifikation von Konflikträumen als Impuls für Professionalisierungs- und Schulentwicklungsprozesse aufgegriffen werden. Die Ergebnisse der Kleingruppen werden anschließend abgeglichen und mit Impulsen aus der Forschung gegengelesen.

Iris Fierdag: Kommunikationskultur in multiprofessionellen Teams

Erfolgreiche multiprofessionelle Teams zeichnen sich durch klare Rollen, offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen aus. Grundprinzipien gemeinsamer Kommunikationskultur sind Werte wie Wertschätzung, Offenheit und Transparenz. Sie fördern klare Rollen, konstruktives Feedback, effiziente Kommunikationsformen und psychologische Sicherheit für eine respektvolle, fehlerfreundliche Zusammenarbeit.
Schwerpunkte des Workshops:
- Fähigkeiten stärken für klare, wertschätzende und konstruktive Kommunikation,
- gemeinsame Normen, Rollen und Abläufe entwickeln, die Zusammenarbeit erleichtern,
- praxisnahe Werkzeuge und Routinen verankern.

Der Workshop ist praxisorientiert und interaktiv gestaltet.

Prof. Dr. Ulrike Becker: Handeln in schwierigen pädagogischen Situationen

Bei Schüler:innen mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung kommt es im Laufe der Schulbiografie häufig zu einer Zunahme des als herausfordernd erlebten Verhaltens. In diesem Zusammenhang können Konflikte im multiprofessionellen Team entstehen und es kann zum Ausschluss des schwierigen Kindes oder Jugendlichen kommen. Doch solche Prozesse können vermieden werden! Im ersten Teil der Veranstaltung wird vorgestellt, wie die
Mitglieder des multiprofessionellen Teams in der Schule präventiv „gemeinsam Halt geben“ und so die schulische Entwicklung der betroffenen Schüler:innen unterstützen können. Der zweite Teil widmet sich der Frage: „Wie kann ich in schwierigen pädagogischen Situationen wertschätzend handeln?“ „Cuts“ sind Instrumente, die es ermöglichen, unerwartete Konflikte zu unterbrechen oder Gewalt präventiv zu begegnen. Es werden anhand von Staged Videos zehn
„Cuts“ vorgestellt. Anschließend werden Möglichkeiten erarbeitet, wie „Cuts“ im Unterricht, im pädagogischen Alltag und in der Beratung von Einzelpersonen wie vom multiprofessionellen Team genutzt werden können.

Dr. Helga Breuninger und Prof. Dr. Michael Schratz: Beziehungskompetenz mit KI stärken - Wie lernseitige Haltung für multiprofessionelle Teams erfahrbar wird

Sie begegnen drei virtuellen Schüler:innen, deren Verhaltensweisen Ihnen aus dem Schulalltag vertraut sind – die Sie im spielerischen Szenario aber neu entdecken können. In dieser Game Challenge erleben multiprofessionelle Teams, wie sich der Blick vom lehrenden Erklären hin zu einem gemeinsamen, lernseitigen Verständnis verschiebt: weg vom reinen Wissensabfragen hin zu Resonanz, Intuition und Empathie. Dabei wird sichtbar, wie Beziehungsarbeit hilft, verborgene Potenziale zu erkennen und Selbstwirksamkeit zu stärken. Dazu braucht es multiprofessionelle Zugänge.
Das Format lädt Kolleg:innen unterschiedlicher Professionen ein zu reflektieren, wie professionelle Haltungen und Perspektiven das gemeinsame Bild von Schule prägen, und unterstützt, Dynamiken zwischen Einzelnen, Berufsgruppen und in der Gruppe bewusster wahrzunehmen und eine lernseitige Kultur zu gestalten. Der interaktive KI-Bot bietet einen Raum, in dem Teams erproben, wie Schüler:innen eigenständig und lösungsorientiert handeln – getragen von gemeinsamer Verantwortung aller Professionen für gelingende Beziehungen und Lernbedingungen.

Prof. Dr. Miriam Vock: Kollegiale Hospitationen mit Lesson Study

Lesson Study ist ein ursprünglich aus Japan stammender kooperativer Ansatz zur Unterrichts- und Schulentwicklung.
In einem Lesson-Study-Kreislauf planen kleine Teams gemeinsam eine Forschungsstunde, beobachten das Lernen der Schüler:innen und werten ihre Beobachtungen
systematisch aus. Dabei steht nicht die einzelne Lehrperson, sondern das gemeinsame Lernen im Team im Mittelpunkt, mit dem Ziel, Unterricht lernwirksamer
zu gestalten.
Der 90-minütige Workshop bietet einen ersten Einstieg in die Methode und soll dazu anregen, Lesson Study an der eigenen Schule auszuprobieren. Sie lernen die Grundidee und die zentralen Phasen von Lesson Study kennen und identifizieren erste Ansatzmöglichkeiten für Ihre Schule. In interaktiven Arbeitsphasen reflektieren wir, wie multiprofessionelle Teams ihre unterschiedlichen Perspektiven gewinnbringend einbringen können, um Lernen ganzheitlich zu verstehen und Unterricht und Schule gemeinsam weiterzuentwickeln.

Juliane Rau: Lerncoaching: Potenziale entfalten – gemeinsam begleiten

Du willst Kinder und Jugendliche individuell begleiten und sie beim „Lernen lernen“ unterstützen? Du möchtest ihre Reflexionskompetenz und Eigenverantwortung fördern? Du wünschst dir positive Beziehungen zu den Schüler:innen? Mit Lerncoaching ermöglichst du den Lernenden deiner Schule, ihr Potenzial zu entfalten. Multiprofessionelle Teams sind eine große Chance für die Umsetzung!
In diesem Workshop stellt dir Jule die Grundlagen des Lerncoachings vor und gibt dir praktische Methoden für deinen Arbeitsalltag an die Hand. Du entwickelst ein erstes Verständnis für deine Rolle im Lerncoaching, lernst wirksame Gesprächstechniken kennen und erhältst konkrete Tools für die Umsetzung an die Hand.
Du findest heraus, wir eine Lerncoaching-Sitzung aussehen kann, welche Fragen du stellen kannst und wie sich ein Lerncoaching-Prozess gestaltet. Wissenschaftlich fundierte Ansätze und praktische Übungen helfen dir, Lerncoaching in deiner spezifischen Rolle im multiprofessionellen Team umzusetzen.

Wiebke Kühling: Resilienz im System – Professionelle Widerstandskraft durch Rollenklarheit und Synergie

In einem System ist Resilienz keine individuelle Leistung, sondern das Ergebnis eines funktionierenden Zusammenspiels. Wenn die unterschiedlichen Fachlogiken von Pädagogik, Erziehung und Seelsorge bewusst ineinandergreifen, entsteht ein stabiles System, das Belastungsspitzen abfängt.
Als Coach begleite ich die Teilnehmenden dabei, ihre professionelle Handlungsfähigkeit durch Rollenklarheit zu sichern und gegenseitige  Entlastungsressourcen im Team zu aktivieren.
Das Design ist auf hohe Interaktion und unmittelbare systemische Entlastung ausgelegt.
1. System-Analyse: unsere Resilienz-Faktoren
2. Coaching-Sequenz: Synergien nutzen, Belastung senken
3. Praxistransfer: Resilienz-Anker

Carmen Dalfogo: „Man übersetzt alles, sei es Körperliches, Seelisches oder Geistiges, in Muskelanspannung.“ (F.M.Alexander)

Egal in welcher Berufssparte im schulischen Bereich Sie arbeiten – alle in diesem multiprofessionellen Team kennen im Berufsalltag das Gefühl von Stress und Überforderung, Müdigkeit, Erschöpfung oder Verspannung. In meinem Workshop gebe ich Ihrem Körper äußerlich und innerlich wieder mehr Raum. Übermäßige Muskelspannungen werden wahrgenommen und (los)gelassen, damit der Körper wieder Platz zum Atmen bekommt. Sie können erleben, mit wie wenig Kraft innere wie äußere Bewegungen plötzlich möglich werden und wie das Innehalten die Bewegung steuert und nicht die Aktion.
Am Ende kann sich ein Gefühl von Leichtigkeit, innerer Ruhe und größerer Gelassenheit einstellen, um mit mehr Selbstvertrauen, Freude und einem Gespür für die eigenen Grenzen wieder in Ihren Berufsalltag gehen zu können. Mit praktischen kleinen Übungen und Elementen aus der Alexander-Technik- Körperarbeit, die im Alltag leicht einsetzbar sind. Günstig für den Workshop sind bequeme Kleidung und Socken.

Iris Nieding: Synergien nutzen und Brücken bauen – aktive Schulentwicklung in komplexen Strukturen

Multiprofessionelle Schulentwicklung ist eine zentrale Voraussetzung, um den komplexen Anforderungen des schulischen Alltags gerecht zu werden. An Schulen arbeiten bereits vielfältige Professionen zusammen, doch gelingt Kooperation nicht automatisch: Sie benötigt klare Strukturen, abgestimmte Rollen und verbindliche Prozesse. Mit Blick auf die vielfältigen Herausforderungen und Stolpersteine, aber auch Gelingensbedingungen stellt der Workshop den praxiserprobten „Werkzeugkasten: Multiprofessionelle Schulentwicklung aktiv gestalten“ vor und zeigt, wie Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte multiprofessionelle Zusammenarbeit systematisch gemeinsam aufbauen, verankern und wirksam für bessere Bildungs- und Teilhabechancen nutzen können. Anhand praxisnaher Module wird verdeutlicht, wie Ausgangslagen analysiert, Kooperation strukturell entwickelt und zentrale Schulentwicklungsthemen
– wie z.B. die Zusammenarbeit mit Familien – multiprofessionell und sozialräumlich gestaltet werden können.

Regina Schöpe-Wagner: Mit KESSem Blick multiprofessionell beraten

Kinder und Jugendliche wachsen heute mit vielfältigen Herausforderungen, Lebensformen und Entwicklungsbedingungen auf. Sie brauchen Erwachsene, die sie sehen und ermutigen, ihnen respektvoll und mit einer klaren pädagogischen Haltung begegnen, ggf. auch Grenzen setzen und Verantwortung und Selbständigkeit zutrauen und ermöglichen.
Mehr denn je gilt es daher, gemeinsame Bildungs- und Erziehungsbündnisse zwischen Eltern/Erziehungsberechtigten und an Schule tätigen Pädagog: innen zu
knüpfen und zu stärken. Der Ansatz „Kess erziehen“ bietet durch unterschiedliche Formate für verschiedene Zielgruppen die Chance, eine gemeinsame „Brille“ und „Sprache“ zu entwickeln, die im pädagogischen Alltag und damit in multiprofessionellen Beratungssituationen eine stärkende Wirkung entfalten kann.
In diesem Workshop schauen wir mit „kessem Blick“ (kooperativ, ermutigend, sozial, situationsorientiert) auf die Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und welche Signale hinter einzelnen Verhaltensweisen stehen (könnten).
Mit Hilfe eines Gesprächsleitfadens sollen daraus gewonnene Erkenntnisse in konkreten Beratungssituationen mit Eltern ausprobiert und reflektiert werden.

Angela Berger: „Kann ich Sie nur kurz mal sprechen?“ Workshop zum Kurzgespräch in Schule und Beratung

Für alle in Beratungs- oder Lehrkontexten arbeitende Menschen ist dies eine häufig gestellte, aber nicht unbedingt geliebte Frage. Was für die Ratsuchenden eine „günstige Gelegenheit“ zu sein scheint, ist für die Beratenden eher etwas, was „dazwischenkommt“. Wir gehen in der Regel davon aus, dass für Beratungsgespräche viel Zeit und Raum zur Verfügung stehen müssen, weshalb viele Gespräche gar nicht erst stattfinden. Die Methode des Kurzgespräches oder auch „bündigen Gespräches“ ist ein von dem Pfarrer Timm Lohse entwickelter, systemisch-linguistischer Beratungsansatz, in dessen Mittelpunkt weniger die Probleme der Ratsuchenden stehen als eher ihre Ziele, Ressourcen und Lösungswünsche, die, eng an der Sprache der Ratsuchenden orientiert, kurz und bündig ermittelt werden. In diesem Workshop werden die wichtigsten Grundlagen dieser Beratungsform sowohl theoretisch vermittelt als auch in kleinen Übungen praktisch erprobt.

Alina Habert: Poetry Slam in der Schule

Vergiss Reimanalysen und tote Dichter. Beim Poetry Slam bringen wir das auf die Bühne, was uns wirklich bewegt: lebendig, aktuell, kreativ. Für Jugendliche kann Poetry Slam eine Kunstform sein, die ihren ganz eigenen Geschichten eine Stimme verleiht. In der sie sich mit der Welt und ihrer Rolle darin auseinandersetzen. In der sie die Sprache als Werkzeug entdecken.
Doch wie passt das in die Schule? Wo findet Kreativität ihren Platz zwischen Lehrplan, Notenschluss und Leistungsdruck? Schreibt am Ende nicht eh ChatGPT
die Texte? Und wie wird’s am Ende weder kitschig noch „cringe“?
All das besprechen und bearbeiten wir gemeinsam im Workshop mit Poetry Slammerin Alina Habert.
Ein Workshop für alle, die Lust auf Sprache haben –
egal ob Deutsch-Profi oder fachfremd.

Krönender Abschluss mit den Kiezpoeten:

Poetic Recording mit den Kiezpoeten Laura Paloma und Samson Völk

Das Poetic Recording macht aus unserem Fachtag ein einmaliges Kunsterlebnis. Statt nüchterner Zusammenfassung entsteht ein literarischer Rückblick, der Inhalte, Atmosphäre und Zwischentöne einfängt. Die beiden Poet:innen Samson Völk und Laura Paloma begleiten Tagungen, Konferenzen oder Firmenevents aufmerksam, hören zu, sammeln O-Töne, Stimmungen und Gedanken – und verwandeln sie noch vor Ort in maßgeschneiderte Texte.
Am Ende steht kein Protokoll, sondern eine poetische Verdichtung des Tages: überraschend, humorvoll, berührend oder pointiert – immer nah am Geschehen und
doch mit künstlerischer Perspektive. So werden zentrale Botschaften lebendig gespiegelt, Diskussionen zugespitzt und gemeinsame Momente emotional verankert.
Ein Poetic Recording schafft Identifikation, öffnet neue Blickwinkel und sorgt für einen Abschluss, der im Gedächtnis bleibt. Es verbindet inhaltliche Präzision mit kreativer Ausdruckskraft – und macht sichtbar, was zwischen den Zeilen einer Veranstaltung mitschwingt.

Bitte gerne weitersagen! Ich freue mich auf Sie!


Herzliche Grüße

Karoline Borg
Leiterin des Fachreferats
Unterrichts- und Personalentwicklung
Zentrale Servicestelle Katholische Schulen